Ausgangssituation

Um dem anhaltenden Preisanstieg von Energie einzudämmen, novellierte der deutsche Gesetzgeber 2005 das Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung.
Als Konsequenz des daraus entstandenen Unbundlings (Entflechtung von Netzbetrieb und Vertrieb) traten neue bundesweite Energielieferanten in den Markt ein, die den Wettbewerbsdruck erhöhten.

Die erfolgreiche Markteinführung einer neuen Vertriebsgesellschaft brachte die Aufnahme und Verarbeitung der ersten 330.000 Strom-/Gas-Kunden im Jahre 2007 mit sich. Die enorme Masse an Anmeldungen verursachte teilweise einen nicht nachvollziehbaren Schwund an Daten. Fristen konnten nicht eingehalten werden, Nachrichten wurden nicht wieder aufgefunden.

Um diesen Fehler zu bereinigen und um die Vorgaben der Bundesnetzagentur einhalten zu können sollte ein Mess- und Analyse-Instrument geschaffen werden. Aus diesem Gedanken heraus entstand der Prozessleitstand.


Herausforderung

Innerhalb der Prozesskette des Liefermanagements gibt es verschiedene Unterprozesse und Schnittstellen, die potenzielle Fehlerquellen beinhalten. Es galt für das Liefermanagement ein Tool zu entwickeln, welches das Risiko des Datenverlustes und damit des Kundenverlustes minimiert und einen reibungslosen, termingerechten Durchlauf garantiert.

Gleichzeitig war der enorme Wachstum in der Kundenabwicklung und der wachsende Organisationsaufwand in Richtung Massengeschäftstauglichkeit zu bewältigen. Der zusätzliche Steuerungs- und Controllingbedarf sollte abgedeckt, eine elektronische Marktkommunikation gemäß GPKE (Strom) und GeliGas eingeführt werden. Schnelle Reaktionen auf Markt- und Kundenanforderungen sollten ermöglicht werden. Die Durchführung einer permanenten, messbaren Prozessoptimierung verbunden mit der Möglichkeit einer gezielten Fehlersuche und Gegensteuerungsmaßnahmen komplettierten die Anforderungen des zu errichtenden Prozessleitstands.


Projektziele
Der abgeleitete Projektrahmen umfasste Ziele wie eine kontinuierliche Prozessverbesserung, die Messung qualitätskritischer Erfolgsfaktoren und die Senkung der Durchschnittszeiten bzw. die Maximierung der Prozessstandardisierung. Darüber hinaus wurden statistische Analysen ermöglicht, die Prozessschwankungen und Trends gem. der Qualitätsmanagementmethodik Six Sigma (=Nullfehlertoleranz) sichtbar machen.

Projektvorgehen