Planung der Zeit nach dem Carve Out

Als letztes Handlungsfeld sollten bei der Planung des SAP Carve-Outs auch schon die Anforderungen für die Zeit nach der Trennung berücksichtigt werden.

Beispielsweise steht das Know-how, wie die Prozesse im SAP-System abgebildet sind, selten auch im herauszulösenden Unternehmensteil zur Verfügung. Sowohl für die Betreuung der Applikationen als auch für den Betrieb des SAP-Systems muss eine Lösung gefunden und ein zukünftiges Betriebskonzept erstellt werden. Hier hat sich der Einsatz von Dienstleistern bewährt, die in der SAP-Applikationsbetreuung und im SAP Hosting erfahren sind und die die Aufgaben der bisherigen zentralen IT übernehmen. Ein weiterer Themenbereich, der sich erfahrungsgemäß als kostspielig herausstellen kann, ist die zukünftige Lizenz- und Wartungsvertragssituation. Nach Aushandlung der Vereinbarung zwischen abgebendem und herauszulösendem Unternehmensteil, welche Lizenzen mit übergehen sollen, muss die angestrebte Lizenzübertragung mit dem jeweiligen Lizenzpartner geklärt werden. Die Praxis zeigt hier, dass bei Vertretung eines gemeinsamen Ansatzes beider Unternehmensteile mit dem Lizenzierungspartner in der Regel eine konstruktive Lösung zu den Übertragungs- und künftigen Wartungskonditionen gefunden wird.

Die durchgängige Bearbeitung der beschriebenen fünf Handlungsfelder ist die Basis für ein schlüssiges Gesamtkonzept jedes SAP Carve-Outs. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass das komplette Konzept nicht bereits bei den ersten Überlegungen zu einer Unternehmensausgliederung durchgeplant werden kann. Die Kunst ist es vielmehr, in der jeweiligen Phase den richtigen Fokus zu setzen. In der Anbahnungsphase des Vorhabens gilt es, ein möglichst klares Bild darüber zu entwickeln, welche Teile der bisher genutzten Systemlandschaft beim Herauslösen des Unternehmensteils nicht mehr zur Verfügung stehen und durch welche Maßnahmen diese Lücken wieder geschlossen werden sollen. Auf diesem Wege entsteht in Bezug auf die IT-Landschaft auch die notwendige Klarheit, welche Assets Teil des Carve-Outs sind und mit welchen Kosten für den Carve-Out zu rechnen ist. Die Transaktionsphase ist wichtig, wenn der Carve-Out mit einem Verkauf des betroffenen Unternehmensteils verbunden ist. Hier gilt es, in den Verträgen alle notwendigen Festlegungen zu treffen, die auch nach Vertragsschluss eine reibungslose Zusammenarbeit bei der Umsetzung des Carve-Outs sicherstellen. Denn die Erfahrung zeigt, dass je klarer die getroffenen Regelungen sind, desto reibungsloser die Zusammenarbeit zwischen abgebender und zukünftiger IT funktioniert. Dazu sollten die Mitwirkungspflichten der abgebenden IT bei der Umsetzung des Carve-Outs genauso klar geregelt sein wie die während des Übergangs noch zu leistenden Services. Generell hat sich bewährt, bereits in dieser Phase einen in Carve-Outs erfahrenen Dienstleister einzubeziehen, der die Konzepte mit entwickelt, die Kostenschätzung neutral verifiziert und die Vollständigkeit der getroffenen Regelungen sicherstellt. In der sich anschließenden Umsetzungsphase muss das Konzept für alle oben aufgeführten Handlungsfelder finalisiert werden. Auch in dieser Phase empfiehlt sich der Einsatz eines Dienstleisters, um dessen Erfahrung und Ressourcen zu nutzen und damit die erfolgreiche Umsetzung des Carve-Out-Konzeptes sicherzustellen.