PRojects IN Controlled Environments (PRINCE2)

PRINCE2 wurde wie ITIL („IT Infrastructure Library") von der britischen Regierungsbehörde „Office of Government Commerce" (OGC) als Best Practice Verfahren entwickelt. PRINCE2 ist der Standard für Projekte der britischen Regierung und sehr viele anglo-amerikanische Unternehmen. Zunehmend wird PRINCE2 auch in Deutschland eingesetzt, ohne jedoch den Verbreitungsgrad von ITIL als de-facto-Standard für IT-Service-Management zu haben.

Der PRINCE2-Ansatz ist stark umsetzungs- und ergebnisorientiert und basiert im Kern auf konkreten Handlungsanweisungen für die Projektmitarbeiter. Das Modell umfasst neun, sich überschneidende Projektprozesse (Lenken, Planen, Vorbereiten, Initiieren, Abschließen eines Projektes, Steuern einer Phase, Managen der Phasenübergänge, Managen der Produktlieferung), acht Komponenten (Business Case, Organisation, Pläne, Steuerungsmittel, Risikomanagement, Qualität, Konfigurationsmanagement, Änderungssteuerung) und drei dazugehörige Techniken (Produktbasierte Planung, Änderungssteuerung, Qualitätsprüfung).

PRINCE2 sollte an die wirklichen Erfordernisse von Projekten angepasst werden, um durch die hohen Dokumentierungsauflagen (diese bieten gute Steuerungsmöglichkeiten) nicht zu „großkalibrig", zu standardisiert oder zu bürokratisch zu werden. Die Implementierungslogik dieses Ansatzes kann dazu führen, dass Projekte, die unter nicht klar definierten Anforderungen, Zielen und Voraussetzungen aufgesetzt werden, sich erst spät als nicht realisierbar heraustellen.

Eine Zertifizierung auf den Levels „Foundation Examination" oder „Practitioner Examination" ist eine durchaus interessante Ergänzung eines Senior Manager Profils. Die Kosten und der Aufwand einer Zertifizierung sind moderat.